Christian Kolonovits im Interview

Christian Kolonovits ist österreichischer Komponist, Dirigent und Musikproduzent und wird im Rahmen des "Österreichischen Blasmusikforums 2018" zum Thema "Jazz- und Tanzmusik" referieren. Internationale Stars, wie unter anderem Placido Domingo, José Carreras, Luciano Pavarotti, Kiri Te Kanawa, Elina Garanca, Sarah Brightman, Helmut Lotti oder die Scorpions schätzen seine Qualitäten im Musikbusiness. Unter dem Titel "Blasmusik NEU denken" wird Herr Kolonovits seine Zugänge zur Musik dem Auditorium näherbringen.

Lieber Herr Kolonovits, die populäre Musik hat sich in den letzten Jahrzehnten in eine unüberschaubare Vielfalt an Spielweisen und Stilformen ausdifferenziert. Welche typischen Charaktereigenschaften verbinden die Jazz- mit der Tanzmusik?
"Jazz und Tanzmusik sind seit den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts fest miteinander verbunden. Die amerikanischen Big Bands haben immer schon zum Tanz aufgespielt. Erst in den späten vierziger Jahren etablierte sich Jazz als 'Konzertmusik' und konnte sich auch abseits der Jazz Clubs, wo immer zu Musik getanzt wurde, behaupten. Jazz und Tanzmusik haben sich erst in den fünfziger Jahren durch das entstehen des Rock’n Roll auseinander bewegt. Trotzdem finden wir die Einflüsse des Jazz bis heute in Rap, Hip-Hop und in der Popmusik im Allgemeinen."

Durch Ihre umfassenden beruflichen Erfahrungswerte, die von der Klassik bis hin zum Popsound und von Regiearbeiten, auf die Opernbühne über gefüllte Konzerthallen reichen, haben Sie einen besonderen Weitblick auf Musikstile und die verschiedensten Progresse rund um das Musikwesen. Welche dieser Entwicklungen haben Ihrer Meinung nach das Blasmusikwesen geprägt?
"Ich glaube die Zeit, wo Blasmusik vor allem mit Marschmusik und lokaler Folklore in Verbindung gebracht wurde, ist lange vorbei. Durch die musikalische und technische Weiterentwicklung des Blasmusikwesens entstand ein vollkommen eigenständiges Genre, dass aus Klassik, Jazz, Folklore, ja selbst aus den Klängen osteuropäischer Gypsy Bandas schöpft."

Sie wurden im Rahmen des "Deutschen Musical Theater Preis 2017" für die Produktion "Vivaldi - Die fünfte Jahreszeit" als bester Komponist ausgezeichnet. Stehen demnächst neue Projekte in dieser Form an, die das Publikum verzaubern werden?
"Es gibt natürlich neue Projekte die ich vorbereite - ich mische sozusagen gerade den Teig dafür. Darüber reden werde ich aber erst, wenn ich beginne, die Brötchen zu backen."

Unter dem Titel "Blasmusik NEU denken" steht Ihr Vortrage "Jazz- und Tanzmusik" im Rahmen des diesjährigen Blasmusikforums. Inwiefern stehen der Jazz und die Tanzmusik im Bezug zur Blasmusik?
"Ich glaube, es ist zu kurz gedacht, wenn wir nur Jazz und Dance in Beziehung zur Blasmusik bringen. In der Musik steht alles in Beziehung zu allem."

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