Verbandsgeschichte

Ehrenpräsident Friedrich Weyermüller

Eine Information von Ehrenpräsident Friedrich Weyermüller

Die Gründung des Österreichischen Blasmusikverbandes (ÖBV) erfolgte 1958 in Eisenstadt durch die damals bestehenden acht österreichischen Landesverbänden und im Beisein einer Delegation aus Südtirol. Im Vordergrund der gemeinsamen Bemühungen standen damals musikalische und organisatorische Fragen. Zudem schien die finanzielle Situation der Musikkapellen durch erhöhten Steuerdruck gefährdet. Bemühungen der damaligen ÖBV Funktionäre, eine Verbesserung der gegebenen Situation zu erreichen, blieben leider erfolglos.

Auf musikalischer Ebene versuchte man die - im Vergleich zu heute - noch eher spärlich vorliegende Literatur zu sichten. So wurde die erste Selbstwahlliste durch einen eigens dafür eingerichteten Arbeitskreis, dem Leo Ertl (Salzburg), Herbert König (Niederösterreich), Rudolf Zeman (Oberösterreich), Karl Moser (Oberösterreich) und Franz Kinzl (Oberösterreich) angehörten, mit 322 Werken in der Österreichischen Blasmusikzeitung (ÖBZ) 1959 veröffentlicht. Nach Annahme der Statuten des ÖBV durch die Vereinsbehörde konnte schließlich die konstituierende Versammlung beim ersten Delegiertentag am 16. August 1959 in Salzburg erfolgen.

Dem ersten Präsidium gehörten Josef Leeb (Niederösterreich), Erwin Lintner (Vorarlberg), Rudolf Wagner-Wehrborn (Tirol), Alois Wilfling (Steiermark), Karl Moser (Oberösterreich), Anton Holzleitner (Oberösterreich), Leo Ertl (Salzburg), Sepp Tanzer (Tirol), Anton Schwarz (Kärnten), Anton Reiterits (Burgenland), Ludwig Maderthaner (Steiermark) an.

Seit 2004 wird der Präsident des ÖBV jährlich nach einem Rotationsprinzip jeweils für ein Jahr auf Vorschlag eines Mitgliedsverbandes mit Ausnahme der Partnerverbände, besetzt. Vor dem und nach dem Jahr der Präsidentschaft fungiert er jeweils als Vizepräsident.

Neu geregelt wurde auch der Status der Jugendbetreuung, die über „Die Österreichische Blasmusikjugend“ mit einer eigenen Geschäftsordnung eigenständig, jedoch ohne eigene Rechtspersönlichkeit, die gesamte Jugendarbeit des ÖBV betreut. Die ÖBJ (Österreichische Blasmusikjugend), als eine der größten Jugendorganisation Österreichs, betreut alle unter 30-jährigen in Ausbildung stehenden aktiven Musiker und Musikerinnen. Neben der fachlichen Förderung auf musikalisch künstlerischem, pädagogischem und organisatorischem Gebiet vertritt die Österreichische Blasmusikjugend als vom jeweils zuständigen Bundesministerium anerkannte und geförderte Jugendorganisation die Interessen unserer Mitglieder. In der Bundesjugendvertretung, welche als gesetzliche Interessensvertretung der Kinder und Jugendlichen Österreichs fungiert, hat die Österreichische Blasmusikjugend Sitz und Stimme. 

In dem kurzen „historischen" Abriss von rund fünfzig Jahren kann der Österreichische Blasmusikverband ÖBV Dank einer soliden Grundlage in musikalischer, wirtschaftlicher und kameradschaftlicher Hinsicht aufgrund der guten Zusammenarbeit aller Landesverbände als eine der größten und erfolgreichsten volkskulturellen Einrichtungen Österreichs bezeichnet werden. Die Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden Südtirol (VSM) und Liechtenstein (LBV) ist hervorragend und für alle Beteiligten in jeder Hinsicht wertvoll.

Finanziell wird der Verband neben den Subventionen des Bundes durch mehrere Sponsorverträge unterstützt. 

Derzeit gehören dem Österreichische Blasmusikverband (ÖBV) und seinen Partnerverbänden rund 2170 Mitgliedskapellen an, in denen mehr als 107.000 aktive Musikerinnen und Musiker spielen. Der Anteil der Jugendlichen unter 30 Jahren ist ebenso wie der Frauenanteil ständig steigend. Die Durchschnittsstärke einer Österreichischen Musikkapelle beträgt rund 42 Musikerinnen und Musiker. Erfreulich sind die rasch ansteigende Zahl von Jugendorchestern und das Bekenntnis zur Leistung. Nationale und internationale Erfolge bei diversen Bewerben für Konzertwertung, Musik in Gruppen und Musik in Bewegung bestätigen die solide Aufbauarbeit und Betreuung der einzelnen Bereiche in musikalischer wie organisatorischer Hinsicht.

Als Bildungseinrichtung bietet der Österreichische Blasmusikverband seit Jahren u. a. Dirigentenmeisterkurse, Kapellmeister-Fortbildungsseminare und bundesweite Ausbildungsseminare für Jugendleiter und Funktionäre mit strukturierten Lehrinhalten, an zentralen Ausbildungsstätten an. Die Erlangung des entsprechenden Zertifikates ist an einen erfolgreichen Abschluss der Seminare und einer schriftlichen Arbeit gebunden. Als Referenten sind national und international anerkannte Fachkräfte im Einsatz.

Medial bietet der Verband durch seine Homepage „www.blasmusik.at“ und die international hoch angesehene Verbandsfachzeitschrift „Blasmusik - das Fachmagazin des ÖBV“ ein aktuelles Medium zum Geschehen der Blasmusikszene, namentlich der dem ÖBV angegliederten Verbände. Insbesondere die Serviceleistungen wurden in den letzten Jahren mit Informationen und Downloads für alle den Verband betreffenden Bereiche (z. B. Formulare zur Aus- und Fortbildung, aktuelle Pflichtstücke und Selbstwahllisten für den ÖBV, Versicherungen: Allianz „Kollektivunfall- und Haftpflichtversicherung“,  Generali Instrumentenversicherung, Ehrungsangelegenheiten) erheblich erweitert.  Aufgrund des nunmehr fast fehlerlos funktionierenden Daten-Erfassungs-Programms ist ein umfassender Jahresbericht (z. B. beim Kongress 2016) auf der Homepage des  ÖBZ nachlesbar.

Eine beachtliche Entwicklung verzeichnet die „Musik in Bewegung“. Hier gab es seit 2007 in (Bruck an der Mur) bis 2016 (Salzburg und Bischofshofen) mehrere Bundeswettbewerbe mit enormen Zuschauerzahlen.

Die Österreichische Blasmusikjugend hat sich als überaus initiative, eindrucksvolle und äußerst aktive, erfolgreiche Institution etabliert. „Musik in kleinen Gruppen“, Jugendkapellentreffen, Kompositionsaufträge für die jungen Musici mit neuen, erweiterten Aus-, Fort- und Prüfungsprogrammen gehören zu den Highlights der Blasmusikjugend.

Mit dem Österreichischen Blasmusikmuseum in Stadt Oberwölz (Steiermark), der „Mid-Europe“ in Schladming (Steiermark), den Internationalen Musiktagen (IMT) in Vöcklabruck (Oberösterreich) den internationalen Verbänden wie CISM, IGEB und WASBE besteht eine enge Zusammenarbeit. Das Österreichische Blasmusikfest, das 2009 bereits zum 30. Male in Wien stattfand und dessen künstlerische Leitung seit 1981 in der bewährten Verantwortung von Professor Hans Schadenbauer liegt erfreut sich ungebrochen des Wohlwollens der Bundeshauptstadt Wien. Der Landeshauptmann und Bürgermeister der Bundeshauptstadt  Dr. Michael Häupl unterstützt das seit dem Jahre 1980, vom damaligen Stadtrat und späteren Bürgermeister Dr. Helmut Zilk initiierte Fest, jährlich mit großzügigen Einladungen aller Mitglieds- und Partnerverbände des ÖBV sowie befreundeter ausländischer Kapellen und Ehrengäste.

Die ehemaligen Führungskräfte des ÖBV, namentlich die Ehrenmitglieder des geschäftsführenden Präsidiums sind seit dem Jahre 2006 als „Altvordere“ dem aktiven Geschehen des ÖBV durch die jährliche Einladung des Präsidiums zur Teilnahme am Jahreskongress und einer weiteren, selbst gewählten, jeweils in einem anderen Bundesland stattfindenden Zusammenkunft den Landesverbänden und dem Blasmusikverband und seinen aktiven Funktionären informiert und freundschaftlich verbunden.

Friedrich Weyermüller